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    Plinius, Naturalis Historia 33,42-47: Kleine römische Geldgeschichte

    Plinius der Ältere: Die Einführung des Geldes in Rom (Naturalis Historia 33,42-7)

    (42) Das nächste Verbrechen beging derjenige, der als erster aus Gold einen Denar prägte. Wann dies geschah bleibt wegen des unbekannten Urhebers verborgen. Die Römer verwendeten vor dem Sieg über König Pyrrhus (275 v.Chr.) überhaupt kein Silbergeld. Der Libralis – von dem man heute die Libella (das kleine Pfund) und den Dupondius (Doppelpfünder) ableitet – wurde vom As aus abgewogen; aus diesem Grund wird eine Busse in „aes grave“ (schwerer Bronze) verhängt, und warum man in der Buchhaltung immer noch von der „abgewogenen Summe“ spricht; Zinsen werden immer noch „auf die Schuldsumme angewogen“, und der Sold hat ebenso daher seinen Namen. (...)

    Der [mythische] König Servius (578-4 v.Chr.) war der erste der in Bronze prägen liess. Timaeus erzählt, dass die Römer davor unbearbeitetes Metall verwendeten. Die Prägung wurde mit einem Zeichen für Grossvieh vorgenommen, daher auch sein Name „pecunia“. Die höchste Zensusklasse unter diesem König hatte ein Mindestvermögen von 120 As, und daher hat die erste Klasse ihre Namen.

    (44) Silber wurde geprägt ab dem Jahr 485 a.u.c. (= 269/8 v.Chr.), als Q. Ogulnius und C. Fabius Konsuln waren, fünf Jahre vor dem ersten punischen Krieg. Damals wurde festgelegt, dass der Denar 10 Pfund Bronze gelten sollte, der Quinar fünf, der Sesterz aber ein Dupondius und ein halbes As. Das gewogene Pfund blieb im ersten punischen Krieg (264-1 v.Chr.) unverändert. Weil der Staat aber seinen Schulden nicht nachkommen konnte, wurde beschlossen, dass das As auf einen Sechstel seines Gewichts vermindert würde. Die fünf übrigen Teile wurden dadurch zum Gewinn, und die Schulden waren damit bezahlt.

    (45) Das Prägezeichen des Bronzegeldes zeigte auf der einen Seite einen Janus-Kopf auf der anderen Seite einen Schiffschnabel (rostrum), beim Triens und beim Quadrans aber war es ein ganzes Schiff. Der Quadrans wurde früher „Teruncius“ genannt, weil er drei Unzen wog. Später als Hannibal vor den Toren Roms stand, unter der Diktatur des Q. Fabius Maximus (217 v.Chr.), wurden die Asse im Gewicht einer Unze hergestellt, und man legte fest, dass man für einen Denar 16 Asse einwechseln musste, der Quinar galt 8 Asse, der Sesterz 4 Asse. Damit machte der Staat einen Gewinn von 50 %, dennoch blieb beim Militärsold der Wechselkurs immer bei einem Denarius für 10 Asse.

    (46) Die Prägezeichen für das Silbergeld waren das Zweigespann und das Viergespann; daher heissen die Geldstücke auch Zweispänner (Bigati) und Vierspänner (Quadrigati). Bald darauf wurden aufgrund der Lex Papiria (89 v.Chr.) die Asse mit dem halben Unzengewicht ausgeprägt. Livius Drusus liess wären seines Volkstribunats dem Silbergeld einen Achtel an Aes beimischen. Diese Münze, die jetzt Victoriatus genannt wird, wurde aufgrund der lex Clodia (104 v.Chr.) geschlagen; die Münze war nämlich früher aus dem Illyricum anstelle von Handelsware gekommen. Der Name kommt daher, dass auf ihr eine Victoria geprägt war.

    (47) Die Goldmünze wurde erst 51 Jahren nach der Silbermünze geprägt (217 v.Chr.): ein Scripulum (= 1/24 Unze, ca. 1g Gold) war 20 Sesterzen (Bronze) wert, d.h. dass ein Pfund Gold genau 5760 Sesterzen entsprachen. Später beschloss man Denare zu prägen, die je 1/40 eines Pfundes Gold zu prägen. Die Kaiser verminderten das Gewicht immer ein wenig, wie zuletzt Nero auf 1/45 (d.h. aus einem Pfund Gold wurden nun 45 statt nur 40 Aurei geschlagen; die entsprach einem Gewinn von 12.5 %).

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