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    H.-M. von Kaenel, Eine Definition des antiken Geldes für das 21. Jh.

    Hans-Markus von Kaenel, Römische Numismatik. In: F. Graf (Hrsg.), Einleitung in die lateinische Philologie, Stuttgart-Leipzig 1997, 670

    Es ist wichtig die beiden Begriffe ‘Münze’ und ‘Geld’ auseinanderzuhalten. Geld, der allgemeinere, wird über seine Funktion definiert: Geld findet Verwendung als Wertmesser, Tausch-, Zahlungs- und Hortungsmittel. Eine Münze ist dagegen Geld in Form eines handlichen, in der Regel rundlichen Metallstücks (Gold , Elektron, Silber Bronze, Messing, Kupfer).

    (...)

    Eine Münze wird nach einem Münzfuss ausgeprägt bzw. gegossen, sie hat ein bestimmtes Gewicht, und das Münzmetall weist eine vorgegebene Zusammensetzung bzw. einen bestimmten Feingehalt auf; die Münze ist in der Regel Teil eines Systems von verschiedenen auf einander bezogenen Einheiten (Nominalen). Auf der Vorderseite (Vs.) und Rückseite (Rs.) trägt die Münze ein Zeichen, ein Bild und vielfach eine Schrift, die sie als Erzeugnis derjenigen Institution (Herrscher oder Gemeinwesen) zu erkennen gibt, die ihre Prägung veranlasst hat. Indem diese die betreffende Münze zur Abgeltung von ihr zustehenden Ansprüchen auch wieder entgegennahm, garantierte sie für die Münze, was besonders dann wichtig wurde, wenn der Nominalwert einer Münze über dem Metallwert lag (Kreditmünze). Die Verwendung der frühen Münzen lässt darauf schliessen, dass Nominal- und Stoffwert engstens miteinander verknüpft waren und eine Münze zugleich eine ‘Ware’ darstellte.

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