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    Aristoteles über die wirtschaftliche Notwendigkeit des Geldes

    Aristoteles, Nikomachische Ethik 5,8 (1132b 31 - 1133 b 28) (Übers. von Olof Gigon)

    Die Münze und ihre Erfindung sieht Aristoteles als wirtschaftliche Notwendigkeit an:

    Darum muss auch alles, wovon es Tausch gibt vergleichbar sein. Dazu ist das Geld bestimmt und ist sozusagen eine Mitte. Denn es misst alles, also auch das Übermass und den Mangel und auch, wie viele Schuhe einem Haus oder Nahrungsmittel äquivalent sind. Wie also der Baumeister zum Schuster, in demselben Verhältnis verhalten sich die Schuhe zum Haus oder zum Nahrungsmittel; wäre das nicht möglich, so gäbe es weder Tausch noch Gemeinschaft. Und dies kann wiederum nicht sein, wenn die Dinge nicht in gewisser Weise gleich wären.

    Man muss also alles an einem einzigen Massstab messen, wie vorhin gesagt. Dieser ist in Wahrheit das Bedürfnis, das alles zusammenhält. Wenn sie nämlich keine Bedürfnisse hätten oder nicht in derselben Weise, so käme kein Tausch zustande, oder doch nicht in derselben Weise. So ist auf Grund einer Abmachung das Geld der Vertreter der Bedürfnisse geworden. Darum trägt es auch den Namen Geld [griech. Nomisma], weil es nicht von Natur, sondern durch das Herkommen [nomos = Vereinbarung] gilt, und weil es bei uns steht, es zu verändern und wertlos zu machen.

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