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    CIL VIII 2728

    Der schwierige Bau des Aquäduktes von Saldae

    CIL VIII 2728 = ILS 5795. Zeit : gegen 150 n.Chr.
    dt. Übersetzung von H. Freis, Historische Inschriften zur römischen Kaiserzeit von Augustus bis Konstantin, Darmstadt, 1984, S. 179–180, Nr. 101 (mit Korrekturen von RFS)


    "[T. Varius Clemens an Valerius] Etruscus : "Sowohl die Einwohner von Saldae, die herrlichste Stadt, als auch ich mit den Einwohnern, bitten Dich, Herr (es ist: Valerius Etruscus, Kommandant der Legio III Augusta), dass Du Nonius Datus, den Veteranen der dritten Augustischen Legion, den Geometer, aufforderst, nach Saldae zu kommen, |
    Z. 10 um den Rest seiner Konstruktion zu vollenden".
    Ich reiste ab und wurde unterwegs von Räubern überfallen; beraubt und mit Wunden bedeckt entkam ich mit meinen Leuten; ich kam nach Saldae |
    Z. 15 und traf den Prokurator Clemens. Er liess mich zum Berg führen, wo man einen Stollen von einer bedenklichen Bauleistung beklagte : man hielt ihn für wert, die Arbeit an ihm aufzugeben |
    Z. 20 weil der Durchstich des Stollenbaus länger geworden war als der Durchmesser des Berges. Offensichtlich war man bei der Ausschachtung von der |
    Z. 25 Richtung abgekommen, so dass der obere Stollen in Richtung Süden nach rechts abwich, der untere Stollen |
    Z. 30 gleichfalls nach rechts in Richtung Norden abwich : beide Teile verfehlten sich also, da man von der Richtung abgekommen war. Die Richtung aber |
    Z. 35 war durch Pfähle auf dem Berg von Osten nach Westen ausgerichtet worden. Damit indessen für den, der die Richtung ermittelt, kein Irrtum über den Verlauf der Stollen entsteht, lasst uns unter dem, was |
    Z. 40 als "oberer" und "unterer" beschrieben ist, folgendes verstehen : der obere Teil ist der, wo der Kanal Wasser aufnimmt, der untere, wo er das Wasser ausströmen lässt. Als |
    Z. 45 ich den Bau anwies, damit die Arbeiter wüssten, welche Länge beim Durchstich ein jeder habe, veranstaltete ich einen Leistungswettbewerb unter den Flottensoldaten. |
    Z. 50 und den Gaesaten (Soldaten einer Auxiliarkohorte mit besonderer Bewaffnung), und so kam man zum Durchstich des Berges. Ich also, der ich als erster |
    Z. 55 das Niveau ermittelt, die Richtung angewiesen und die Arbeiten hatte machen lassen nach dem Plan, den ich dem Prokurator Petronius Celer |
    Z. 60 gegeben hatte, habe den Bau zu Ende gebracht. Als der Bau vollendet war und das Wasser floss, weihte ihn der Prokurator Varius Clemens feierlich ein.
    Fünf Scheffel.
    Damit meine Mühen um diesen Aquädukt von Saldae noch deutlicher erscheinen, habe ich einige Briefe beigefügt. |
    Z. 67 (Brief des Prokurators) Porcius Vetustinus an (den Legaten) Crispinus : "Du hast sehr gütig gehandelt, mein Herr, sowohl Deiner sonstigen Freundlichkeit als auch Deiner Güte angemessen, |
    Z. 70 dass Du mir den ausgedienten Soldaten Nonius Datus geschickt hast, damit ich mit ihm über die Arbeiten verhandelte, deren Leitung er übernahm. Daher habe ich, obwohl ich zeitlich in Not war und nach Caesarea eilte, |
    Z. 75 dennoch einen Abstecher nach Saldae gemacht und den Aquädukt in Augenschein genommen, der glücklich begonnen wurde, aber gewaltige Arbeitsleistungen erforderte und der ohne die Leitung durch Nonius Datus nicht hätte zu Ende geführt werden können, der den Bau zugleich mit Sorgfalt |
    Z. 80 und Gewissenhaftigkeit leitete. Daher wollte ich Dich bitten, uns zu erlauben, dass er sich einige Monate (hier) aufhalten dürfe für die Leitung der Arbeit, wenn ihn nicht eine Krankheit befallen hätte, die er sich zugezogen hatte [ von den zahlreichen und schwierigen Arbeiten ...]"
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