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    >Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Die römische Armee im Frieden > Die Armee als Romanisierungsfaktor und der Stellenwert der Kultur

    CIL XIII 5197

    Drei kleine Weihaltäre aus Vindonissa

    a) Kleiner Weihaltar, 1882 in Brugg beim Abbruch eines Hauses gefunden. Vindonissa-Museum, Brugg.
    CIL XIII 5197 = HM 297 = Walser, RIS 150
    Aram Auert(entibus) | M(arcus) Master(na) | mil(es) leg(ionis) XI C(laudiae) P(iae) F(idelis) | (centuriae) Crispi libe(n)s | posuit.

    "Diesen Altar hat den abwehrenden Göttern M(arcus) Masterna, Soldat der 11. claudischen kaisertreuen Legion aus der Zenturie des Crispus gerne aufgestellt."

    Erläuterung :
    M. Masterna zeigt mit seinem ungewöhnlichen Gentilnomen (keine Endung auf –ius!), dass er aus einer etruskischen Familie stammt. Er richtete seine Weihung an etruskische Gottheiten, an die unheilabwehrenden Götter (a-uertere = abwehren), die zu seiner Zeit noch in gewissen Gegenden Italiens verehrt wurden. Als Soldat gibt er seine Einteilung an (in der Zenturie des Crispus, der also Zenturio war); beachten Sie auf der Photo das Zeichen für Centuria ! Die 11. Legion war 70 bis 101 n.Chr. in Vindonissa stationiert.

    b) Kleiner Weihaltar, zu Beginn des 20. Jh. „auf der Breite“ gefunden. Vindonissa-Museum, Brugg.
    CIL XIII 11501 = HM 296 = Walser, RIS 151.
    Deum dea|rum aram | posuit M(arcus) | Masterna | miles leg(ionis) XI C(laudiae) | P(iae) F(idelis) (centuriae) Cripsi l(ibens) p(osuit).


    "Diesen Altar der Götter und Göttinnen hat M(arcus Masterna, der Soldat der 11. claudischen kaisertreuen Legion aus der Zenturie des Crispus gerne aufgestellt."

    Erläuterung : Es ist derselbe Stifter wie oben. Die ungenannten Götter und Göttinnen sind wohl etruskische Unheilsgottheiten gewesen, deren Namen man vorsichtigerweise nicht nannte.

    c) Kleiner Weihaltar, 1852 in Windisch gefunden. Landesmuseum, Zürich.
    CIL XIII 5198 = HM 306 = Walser, RIS 152.
    Quadruu|is pro se et s|uis uotum so|luit Q(uintus) Nicenn|ius [---]us ueter|an[us] leg(ionis) ++ fec(it) | [l]ibe(n)s merito.


    "Den Kreuzweggöttinnen hat Q(uintus) Nicennius [---]us, Veteran der [---] Legion für sich und für die Seinen sein Gelübde eingelöst; er führte es gerne und nach Gebühr aus."

    Erläuterung :
    Die Göttinnen der Kreuzweges und der Weggabelungen (Biuiae, Triuiae Quadruuiae = "Zweiweggöttinnen, Dreiweggöttinnen, Vierweggöttinnen") wurden häufig vor allem in den beiden germanischen Provinzen verehrt. Vielleicht sind sie ursprünglich keltische Gottheiten. Die Inschriften stammen meistens von Händlern und von Soldaten, welche die Wege benutzten. Zum Gentilnamen Nicennius, das nur hier belegt ist, lässt sich nichts aussagen. Man weiss nicht, in welcher Legion der Soldat diente, da die Zahl nach leg(io) nicht mehr lesbar ist (+ ist das Zeichen für einen nicht mehr lesbaren Buchstaben).
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