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    Tacitus, Historien, V, 8

    Der jüdische Aufstand von 66 n.Chr.

    Tacitus, Historien, V, 8 (gekürzt) : Der Autor gibt die folgende Einführung in die Geschichte des Aufstandes :
    "Ein grosser Teil Judäas ist wie übersät mit Dörfern. Es gibt auch Städte. Die Landeshauptstadt ist Jerusalem. Dort ist ein unermesslich reicher Tempel. Ringförmig schliessen sich Befestigungswerke aussen um die Stadt, weiter innen um die Königsburg, ganz innen um den Tempel. Nur bis an die Pforten des Tempels durfte seiner Zeit ein Jude herangehen, über die Schwelle zu treten war, abgesehen von den Priestern, niemandem erlaubt. ...(9) Als erster Römer bezwang die Juden Cn. Pompeius, der nach Siegerrecht auch den Tempel betrat. Seitdem verbreitete sich die Kunde, dass kein Götterbild drinnen war, dass es sich also um einen leeren Raum und um eine Geheimnistuerei handelte, hinter der nichts weiter stecke. Die Mauern Jerusalems wurden damals geschleift, das Heiligtum blieb erhalten. ... Die von Antonius dem Herodes übertragene Königsherrschaft erweiterte der siegreiche Augustus. Nach dem Tode des Herodes masste sich ein gewisser Simon den Königstitel an, ohne erst lange auf die Verleihung durch den Kaiser zu warten. Simon wurde von Quintilius Varus, dem Statthalter Syriens, seiner Strafe zugeführt, und die Herrschaft über das in seine Schranken gewiesene Volk übernahmen die Söhne des Herodes, jeder über ein Drittel des Landes. Unter Kaiser Tiberius herrschte Ruhe. ... Claudius überliess die Provinz römischen Rittern oder Freigelassenen. Zu den letzteren gehörte Antonius Felix, der, eine rechte Sklavenseele, die königlichen Machtbefugnisse mit aller Grausamkeit und Willkür ausübte. ... (10) Die Juden hielten aber in Geduld aus, bis Gessius Florus Prokurator wurde; unter ihm kam es zum Krieg. Cestius Gallus, der Statthalter Syriens, der sich daran machte, die Erhebung niederzuschlagen, hatte eine Reihe unentschiedener, öfters allerdings unglücklicher Gefechte zu bestehen. Als er gestorben war – ob eines natürlichen Todes oder durch einen aus Lebensüberdruss begangenen Selbstmord, ist fraglich –, sandte Nero den Vespasian, der durch sein Glück, seinen Ruf und die Unterstützung ausgezeichneter Helfer mit seinem siegreichen Heer im Verlauf von zwei Sommern das gesamte Flachland und mit Ausnahme von Jerusalem alle Städte in seine Hand brachte und besetzt hielt. ..."

    Tacitus : Historien, Lateinisch–deutsch , hg. von J. Borst, unter Mitarbeit von H. Hross und H. Borst, München, Heimeran Verlag, 2. Aufl. 1969
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