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    Polybios, Geschichte, VI, 40

    Ausmarsch des Heeres in der Republik

    Polybios, Geschichte, VI, 40
    "Der Aufbruch aus dem Lager geht folgendermassen vor sich. Nach dem ersten Signal brechen sie die Zelte ab und packen ihr Gepäck. Übrigens darf niemand ein Zelt aufschlagen oder abbrechen, ehe dies mit den Zelten der Tribunen und des Feldherrn geschehen ist. Beim zweiten Signal legen sie das Gepäck auf die Lasttiere, beim dritten müssen die ersten antreten und das ganze Lager sich in Bewegung setzen. Zur Vorhut kommandieren sie in der Regel die extraordinarii, auf diese folgt die rechte ala der Bundesgenossen, darauf deren Lasttiere. Dann kommt die erste römische Legion und dahinter ihr Gepäck. Es folgt die zweite römische Legion und auf diese ihr eigenes Gepäck und das der Bundesgenossen, die die Nachhut bilden. Denn den Schluss macht die linke bundesgenössische ala. Die Reiter sind auf dem Marsch bald hinter der Truppe, zu der sie gehören, manchmal auch zu Seiten der Lasttiere, um diese zusammenzuhalten und zu schützen. Wenn ein Angriff von hinten zu erwarten ist, bleibt die Marschordnung im übrigen unverändert, nur nehmen jetzt die extraordinarii der Bundesgenossen ihren Platz statt an der Spitze am Ende. Umschichtig Tag um Tag marschieren die Legionen und alae einmal vorn, dann wieder hinten, damit der Vorteil der ersten Hand beim Wasserholen und Futtersammeln, der mit dem Platz an der Spitze verbunden ist, gleichmässig abwechselt. Wenn Gefahr droht, wählen sie im offenen Gelände eine andere Marschordnung. Dann lassen sie die hastati, principes und triarii in drei Kolonnen nebeneinander marschieren, das Gepäck der ersten Manipeln an der Spitze, hinter ihnen das der zweiten, hinter den zweiten Manipeln das der dritten und so fort, immer abwechselnd Gepäck und Manipel. Aus dieser Marschordnung heraus machen sie bei einem Angriff entweder eine Links- oder eine Rechtswendung und rücken über die Linie des Zugviehs hinaus gegen die feindliche Front vor. So ist im Augenblick und durch eine einzige Bewegung das Fussvolk zur Schlachtreihe formiert – es sei denn, dass die hastati um die anderen herumschwenken müssen –, und die Tragtiere und ihre Begleitung haben hinter der Front und in ihrem Schutz den richtigen Platz während des Kampfes."

    Erläuterung : Polybios beschreibt hier das republikanische Heer, das in Manipel (= zwei Zenturien zusammen) eingeteilt war. Ebenso fallen die Ausdrücke hastati, principes und triarii, die drei Schlachtreihen von Männern mit unterschiedlicher Kampfstärke und in noch früherer Zeit mit unterschiedlicher Bewaffnung bezeichnen (die hastati = die mit der Lanze bewaffneten = die jüngeren Soldaten; die principes = die Kerntruppen = die bereits erfahrenen Legionssoldaten; die triarii = die in der dritten Reihe = die alten erfahrenen Kämpfer). Die Begriffe leben teilweise in der Kaiserzeit in der Bezeichnung der Zenturionen weiter.
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