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    >Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Schaffung und Struktur des stehendes Heeres der Kaiserzeit > Der römische Legionär und die römische Legion

    AE 1996 985

    Text der Inschrift des Benefiziariers aus Martigny



    Übersetzung : "Zum ewigen Gedächtnis an Pantonia Pervinca, seiner liebsten Gattin, hat Aurelius Maximianus, Soldat der achten Augustischen Legion, der Benefiziarier gewesen ist, diesen Grabstein anfertigen lassen, sowie auch für sich, zu seinen Lebzeiten. Er hat den Grabstein unter der Axt weihen lassen."

    Erläuterungen zum Text : Der sehr verwitterte Grabstein wurde 1992 bei der Restauration der Pfarrkirche von Martigny gefunden. Er war in der Nordmauer der frühchristlichen Doppelkirche verbaut. Die zuerst verstorbene Ehefrau Pantonia Pervinca trägt einen seltenen Gentilnamen (Pantonia), der aber in Norditalien belegt ist, während Pervinca oder noch eher Pervincius (Gentilnomen) häufiger ist. Offenbar entstammte sie einer einheimischen romanisierten Familie. Ihr Ehemann Aurelius Maximianus trägt den häufigen Gentilnamen Aurelius, der seit Mark Aurel verbreitet war und der nach der Verleihung des Bürgerrechtes an alle Reichsbewohner mit dem Edikt von Caracalla 212 n.Chr. noch häufiger wurde. Seit dem Beginn des 3. Jh. wurde der Vorname immer seltener; hier fehlt er ganz. Die Legio VIII Augusta war in Strassburg stationiert. Ein Benefiziarier nahm einen wichtigen Büroposten ein; Aurelius Maximianus war höchstwahrscheinlich der Statthalter ritterlichen Ranges der Provinz Alpes Graiae et Poeninae (Wallis und Tarentaise). "Unter der Axt weihen" (sub ascia dedicare) ist noch nicht ganz befriedigend erklärt; vermutlich bedeutet die Formel, dass das Grabmal schon vor der endgültigen Fertigstellung geweiht worden war. Zeit: 1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.
    AE 1996 985
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