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    >Modules > Einführung in die Alte Geschichte > Die Quellen der Alten Geschichte und die Bedeutung von weiteren altertumswissenschaftlichen Disziplinen > Tacitus - sine ira et studio

    Tacitus, Germania, 13, 1

    In seiner Darstellung der Germanen folgt Tacitus den Grundlinien der ethnographischen Literatur des Altertums. Sein Bericht über das fremde Land und dessen Organisationsformen, Religionen, Sitten und Erzeugnisse beruht vornehmlich auf dem Vergleich mit der römischen Zivilisation und Kultur.

    Den seiner Auffassung nach friedliebenden Römern stellt Tacitus in der Germania die ihr Leben in erster Linie dem Krieg verschreibenden Germanen gegenüber, indem er den germanischen Jüngling, dem Waffen als Zeichen des Eintritts in das Mannesalter übergeben werden, als Pendant zu dem die Toga als Friedenssymbol empfangenden jungen Römer darstellt:

    "Allen Geschäften öffentlicher und privater Natur aber gehen sie in Waffen nach. Waffen zu tragen ist jedoch für keinen üblich, bevor ihn die Gemeinschaft als waffenfähig anerkannt hat. Dann schmücken den jungen Mann in der Volksversammlung entweder einer der führenden Männer oder der Vater oder Verwandte mit Schild und Frame. Das entspricht bei ihnen der Toga, das ist das erste Ehrenzeichen der Mannbarkeit; vor dieser Zeremonie scheinen sie ein Teil der Familie, anschliessend einer des Staates zu sein."

    Tac. Germ. 13, 1, zitiert nach der Übersetzung von Alfons Städele, München u. Zürich 1991 (Tusculum).
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