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    >Modules > Einführung in die Alte Geschichte > Die Quellen der Alten Geschichte und die Bedeutung von weiteren altertumswissenschaftlichen Disziplinen > Livius - zum Umgang mit mythischen Geschichten in der Historiographie

    Livius, Römische Geschichte 1, praefatio

    Facturusne operae pretium sim, si a primordio urbis res populi Romani perscripserim, nec satis scio nec, si sciam, dicere ausim, quippe qui cum veterem tum vulgatam esse rem videam, dum novi semper auctores aut in rebus certius aliquid allaturos se aut scribendi arte rudem vetustatem superaturos credunt. Utcumque erit, iuvabit tamen rerum gestarum memoriae principis terrarum populi pro virili parte et ipsum consuluisse ...

    "Ob ich etwas tue, was die Mühe lohnt, wenn ich die Angelegenheiten des römischen Volkes vom Anbeginn der Stadt an ausführlich aufzeichne, weiss ich nicht recht, und wenn ich es wüsste, würde ich es wohl nicht zu sagen wagen. Denn ich sehe, dass es ein alter und vor allem ein altbekannter Stoff ist, indem immer neue Schriftsteller entweder in der Sache etwas Genaueres beizubringen oder durch ihre Darstellungskunst die unbeholfene alte Zeit zu übertreffen glauben. Wie es auch kommt, es wird mir doch Freude machen, für die Überlieferung der Taten des ersten Volkes der Erde auch meinerseits nach Kräften gesorgt zu haben."

    Liv. 1, praef., zitiert nach der Übersetzung von Hansjürgen Hillen, Düsseldorf u. Zürich 1972 (Tusculum).
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