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    Burckhardt, Die Zeit Constantins des Grossen

    Jacob Burckhardt interpretiert den Bagaudenaufstand folgendermassen:

    "Diesmal sind es die Bauern, welche seitdem in den grossen Krisen des alten Frankreichs mehr als einmal plötzlich in furchtbarer Machtfülle aufgestanden sind. Damals lebten sie in altererbter Sklaverei, wenn das Verhältnis auch in der Regel nicht diesen Namen trug. Eine Anzahl Bauern waren wirkliche Ackersklaven, andere erschienen als Leibeigene an die Scholle gebunden, wieder andere hiessen Colonen, d. h. Kleinpächter auf halben Ertrag; auch bessergestellte Pächter und Geldzins fehlen nicht; endlich gab es eine Masse sogenanter freier Arbeiter und Taglöhner. Aber alle vereinte jetzt dasselbe Unglück. Die Grundeigentümer, ausgesogen durch die raubähnlich steigenden Bedürfnisse des entzweiten Staates, wollten sich an ihren Bauern erholen, gerade wie der französische Adel nach der Schlacht bei Poitiers, als es sich um die Loskaufsumme für die mit König Johann dem Guten gefangenen Ritter handelte. Das eine Mal nannte man, was daraus entstand: die Bagauda, das andere Mahl: die Jaquerie (1358)."

    J. Burckhardt, Die Zeit Constantins des Grossen, Basel 1853, 2. Abschnitt.
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