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    >Modules > Spätantike > Strukturen der Spätantike > Gesellschaft und Christentum: Ausbildung der christlichen Lehre und Werte und die Entwicklung der Kirchenorganisation

    Augustinus, De civitate Dei, 19, 19

    "Beim tätigen Leben aber ist nicht weltliche Ehre oder Macht anzustreben – denn alles unter der Sonne ist eitel –, sondern das Werk selbst, das mit Hilfe einer etwaigen Ehren- oder Machtstellung zustande kommt, vorausgesetzt dass es etwas Gutes und Nützliches ist, was zum Wohl der Untergebenen, wie es Gott gefällt, beiträgt. Davon war vorhin bereits die Rede. Deswegen sagt der Apostel: 'Wer ein Bischofsamt begehrt, der begehrt ein köstlich Werk.' Er will darlegen, was das Bischofsamt zu bedeuten hat, und dass schon der Name auf das Werk hinweist und nicht auf die Ehre. Denn das Wort 'Episkopos', Bischof, stammt aus dem Griechischen und besagt, dass der Vorgesetzte über die, welchen er vorgesetzt ist, Aufsicht führt, indem er nämlich sich ihre Fürsorge angelegen sein lässt. Denn 'Skopos' ist Aufsicht. So können wir 'episkopein' auf lateinisch mit 'superintendere', beaufsichtigen, übersetzen. Nicht der ist also ein rechter Bischof, der vorzustehen, sondern der beizustehen gewillt ist."

    Aug. civ. 19, 19, zitiert nach der Übersetzung von Wilhelm Thimme, 4. Auflage, München 1997.
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