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    Ammianus Marcellinus, 31, 12, 3-7

    Der oströmische Kaiser Valens tritt trotz der Warnung des weströmischen Kaisers Gratian, auf seine Hilfstruppen zu warten, am 9. 8. 378 bei Adrianopel in die Schlacht gegen die Goten.

    "Ein unerklärlicher Irrtum wollte es, dass unsere Späher jenen ganzen Teil der feindlichen Masse, den sie gesichtet hatten, nur auf zehntausend Mann bezifferten, worauf sich der Kaiser in übereilter Hitze zu einem raschen Angriff hinreissen liess. Der weitere Vormarsch geschah nur noch in geschlossener Ordnung, und so gelangte er in das Weichbild von Adrianopolis, wo er einen mit Graben und Pfählen gesicherten Wall anlegen liess und mit Ungeduld auf Gratianus wartete. Hier empfing Valens auch den Comes der Palastgarde Richomeres, der von dem eben genannten Kaiser mit einem Brief und der darin enthaltenen Zusage vorausgeschickt worden war, dass er auch selbst in Bälde eintreffen werde. Darin bat er auch, Valens möge doch noch eine Weile zuwarten und ihn die Gefahren teilen lassen und sich nicht leichtfertig allein den jähen Tiefen einer Entscheidungsschlacht aussetzen. Das veranlasste den Kaiser, verschiedene Würdenträger beizuziehen und mit ihnen das nötige weitere Vorgehen zu beraten. (…) Gleichwohl setzten sich schliesslich die verhängnisvolle Entschiedenheit und die schmeichlerischen Ansichten gewisser Höflinge durch, die nur, damit Gratianus ja nicht an dem, wie sie meinten, beinahe sicheren Siege teilhabe, ein rasches Vorgehen verlangten."

    Amm. 31, 12, 3-7, zitiert nach der Übersetzung von Otto Veh, Amsterdam 1997.
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