UniFR Logo
    >Modules > Spätantike > Chronologisches Gerüst > Von den Christenverfolgungen über die konstantinische Wende zur Reichskirche

    Eusebius, Historia Ecclesiastica, 8, 17

    Eusebius, Historia Ecclesiastica, 8, 17

    Eusebius von Caesarea überliefert in seiner Kirchengeschichte das Edikt, das die Einstellung der Christenverfolgungen festhält und begründet:

    "Im Kampfe mit solchen Leiden wurde er [Galerius] sich der Verbrechen bewusst, welche er gegen die Gottesfürchtigen begangen hatte. (…) In den Städten wurde ein kaiserlicher Erlass angeschlagen, der in folgender Weise die Verfolgung gegen uns widerruft: 'Imperator Cäsar Galerius Maximus … und Imperator Cäsar Valerius Licinianus Licinius ... entbieten den Bewohnern ihrer Provinzen Gruss. Unter den übrigen Verordnungen, die wir zum Wohl und Nutzen des Staates erlassen, haben wir seinerzeit den Willen bekundet, alle Verhältnisse entsprechend den alten Gesetzen und den römischen staatlichen Grundsätzen zu ordnen und dafür zu sorgen, dass auch die Christen, die die Religion ihrer Vorfahren verlassen, wieder zu einem besseren Entschluss kämen. (…) Als nun durch uns ein Erlass erging, der sie zu den von den Vorfahren festgelegten Sitten zurückführen sollte, wurde sehr vielen der Prozess gemacht, und sehr viele gerieten in Verwirrung und erlitten auf mannigfache Weise den Tod. Und da wir sahen, dass die meisten bei ihrer Torheit beharren und weder den himmlischen Göttern die schuldige Verehrung erweisen noch den Gott der Christen verehren, so haben wir geglaubt, mit Rücksicht auf unsere Menschenfreundlichkeit … unser Entgegenkommen ausdehnen zu müssen. Sie sollen also wiederum Christen sein und die Häuser, in denen sie sich versammelten, wiederherstellen, jedoch unter der Bedingung, dass sie in keiner Weise gegen die Ordnung handeln. (…) In Ansehung dieses unseres Gnadenerlasses sollen sie daher zu ihrem Gott für unser Wohlergehen, für das des Volkes und ihr eigenes flehen, damit das Staatswesen in jeder Beziehung unversehrt bleibe und sie sorgenlos in ihren Wohnungen leben können.' So lautet das Edikt, das ich aus dem Lateinischen so gut wie möglich ins Griechische übersetzt habe."

    Euseb. HE 8, 17, zitiert nach der Übersetzung von Phillipp Heusser, Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Bd. 1, München 1932.

    Das lateinische Original ist überliefert bei Laktanz, De mortibus persecutorum, 34.
Antiquit@s est un projet du Campus Virtuel Suisse - Contact : sandrine.codourey(at)unifr.ch & Centre NTE - Université de Fribourg - Suisse