UniFR Logo
    >Modules > Spätantike > Chronologisches Gerüst > Diokletian und Konstantin – der Beginn der Spätantike

    Eusebius, Historia ecclesiastica, 10, 9

    Nach dem Sieg über Maxentius in der Schlacht an der Milvischen Brücke 312 n. Chr. hat Konstantin 324 n. Chr. auch seinen Mitstreiter Licinius ausgeschaltet (zunächst in der Schlacht bei Adrianopel, dann endgültig bei Chrysopolis) und sich zum Alleinherrscher emporgeschwungen. Der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea begründet den Krieg zwischen den beiden Augusti folgendermassen:

    "Ehedem hatte er [Konstantin] nur Mitleid walten lassen und übte Erbarmen mit dem, der kein Mitgefühl verdiente. Damit kam er aber nicht zum Ziele. Denn Licinius ging von seiner Bosheit nicht ab, steigerte vielmehr noch seine Raserei gegen die ihm untergebenen Völker. Und den übel behandelten Menschen war keine Hoffnung auf Erlösung mehr belassen. Lagen sie doch unter der Gewalt eines schrecklichen Untiers. Daher rückte der Beschützer der Guten, den Haß gegen das Böse mit der Liebe zum Guten vereinend, zugleich mit seinem Sohne Krispus, dem menschenfreundlichen Kaiser, aus, um allen, die dem Untergange nahe waren, die rettende Hand zu bieten. Sodann teilten beide, Vater und Sohn, das gegen den Gotteshasser rings aufgestellte Heer und errangen, da ihnen Gott, der höchste König, und Gottes Sohn, der Erlöser aller, Führer und Mitstreiter war, mit Leichtigkeit den Sieg. Der ganze Verlauf des Kampfes hatte sich durch Gottes Fügung ihrem Plane gemäß gestaltet. Und die gestern und vorgestern noch Tod und Drohung schnaubten, waren plötzlich und schneller, als man es sagen konnte, nicht mehr. Selbst ihrer Namen geschieht nimmer Erwähnung, und ihre Bilder und Ehrenmale traf die verdiente Schändung. Was Licinius bei den früheren gottlosen Tyrannen mit eigenen Augen geschaut, das erlitt er nun in gleicher Weise selber."

    Euseb. HE 10, 9, zitiert nach der Übersetzung von Phillipp Heusser, Bibliothek der Kirchenväter, 2. Reihe, Bd. 1, München 1932.
Antiquit@s est un projet du Campus Virtuel Suisse - Contact : sandrine.codourey(at)unifr.ch & Centre NTE - Université de Fribourg - Suisse