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    Modules > Lateinische Epigraphik > Anfänger > Einführung

    Die Abkürzungen, die Ligaturen und die Worttrennung

    * Eines der Merkmale der lateinischen Epigraphik ist die Anwendung der Abkürzungen. In der Tat sind viele Wörter oder Wortgruppen in den Inschriften nicht ausgeschrieben: Sie sind abgekürzt. Folglich muß der Epigraphiker diese Wörter ergänzen, um den Sinn des Textes verstehen zu können. Listen von den üblichsten Abkürzungen sind zusammengestellt worden, um diesen Ansatz zu erleichtern (s. Bibliographie und Linkseiten). Zum Beispiel dienen die Buchstaben "COS", das Wort consul (Konsul) anzugeben; der Buchstabe "C" kann die Abkürzung des Vornamen Caius sein; die Anfangsbuchstaben "RP" beziehen sich auf die Wörter res publica, usw. 

    * Mehrere Buchstaben können zusammengeschrieben sein. Dieses Phänomen wird als Ligatur bezeichnet. Diese Ligaturen kombinieren bis 5 Buchstaben und machen das Lesen der Inschrift manchmal schwierig.

    * Im allgemeinen sind die Wörter hintereinander ohne Trennung geschrieben. Dennoch können sie bei manchen Monumentalinschriften durch Punkte, Quadrate, Dreiecke und manchmal sogar Blätter getrennt werden.

     

    Bibliographie:

    K.P. Almar, "Abkürzungen (sigla)", in Inscriptiones latinae. Eine illustrierte Einführung in die lateinische Epigraphik, Odense, 1990, 46-47.

    - , "Ligaturen", in Inscriptiones latinae. Eine illustrierte Einführung in die lateinische Epigraphik, Odense, 1990, 39-42.

    P. Corbier, "Les abréviations usuelles", in L’épigraphie latine, Paris, 2002, 169-171.

    - , "Les fonctions et les titres sénatoriaux", in L’épigraphie latine, Paris, 2002, 179.

    H. Dessau (hrsg.), Inscriptiones Latinae selectae, Berlin, 1892-1916, III, 2, 752-801 (= Sammlung von Abkürzungen mit Auflösungen).

    J.-M. Lassère, "Principales abréviations", in Manuel d'épigraphie latine, Bd. 2, Paris, 2005, 1061-1098.

    M.G. Schmidt, "Abkürzungen in Inschriften", in Einführung in die lateinische Epigraphik, 2004, 122-129. 

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