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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Die römische Armee im Frieden > Nachzug von Frauen und Kindern

    Erläuterungen zur Weihinschrift aus Wiesbaden

    Auch weitere, bis jetzt noch nicht zusammenfassend gesammelte und vorgelegte Inschriften bestätigen, dass Frauen und Kinder den Statthaltern und Armeekommandanten nachfolgten. Die in der Weihinschrift aus Wiesbaden genannten Personen sind bekannt : Antonia Postuma ist die Ehefrau des Titus Porcius Rufianus. Wie es dem römischen Sprachgebrauch entspricht, wird des Name des Ehemannes in den Genitiv gesetzt. Antonia Postuma und T(itus) Porcius Rufianus sind römische Bürger und Mitglieder des Senatorenstandes; Antonia Postuma trägt, wie es den Mitgliedern der oberen Stände in der Kaiserzeit zukam, zwei Namen, einen Geschlechtsnamen (Antonia) und einen Zunamen (Postuma). T. Porcius Rufianus war Legionskommandant der legio XXII Primigenia Pia Fidelis, die in Mainz ihr Lager hatte. Man kann die Zeit des Legionskommandos von T. Porcius Rufianus nur ungefähr bestimmen : sie fällt in die Mitte des 2. Jh. n.Chr. Es kann nun kein Zweifel bestehen, dass Antonia Postuma ihren Ehemann ins Legionslager von Mainz (Mogontiacum) der Provinz Obergermanien begleitet hat und zwar mit der gemeinsamen Tochter Porcia Rufiniana, die in ihrem Namen obligatorischerweise das Gentilnomen des Vaters (Porcia), aber auch das Cognomen in abgeänderter Form trug (Rufiniana). Porcia Rufiniana erkrankte offensichtlich ernsthaft, die Mutter richetet ihre Bitten um Heilung an Diana, welche die Göttin und Schirmherrin des Heilbades von Aquae Mattiacae war. Die Tochter wurde gesund, und nun stiftete die Mutter zum Dank der Diana eine Statue (signum).
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