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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Die römische Armee im Frieden > Wer war in der römischen Armee (Soldaten - Offiziere - Generäle) ?

    Einführung in die Problemstellung

    Wer in der Armee für längere oder kürzere Zeit diente oder sie kommandierte, wird in überwiegendem Mass durch Inschriften überliefert. Deshalb stellt die Epigraphik, die aber über ein reines Lesen des Textes hinausgehen muss, eine der wichtigsten "Hilfswissenschaften" der Alten Geschichte der Kaiserzeit dar. Durch die serielle und strukturelle Interpretation der sog. Ehren-und Grabinschriften ist es möglich, die Verwaltung des römischen Reiches, die Geschichte der Armee, aber auch die Gesellschaft der römischen Kaiserzeit unter Einschluss der römischen Bürger, der Peregrinen zu erfassen und die allmähliche Integration der peregrinen Bevölkerung nachzuzeichnen.

    Hier geht es nun um die Armee : Gemäss der Sozialstruktur der römischen Gesellschaft, die durch den Grundsatz der strengen Hierarchie gekennzeichnet war und die ordines (Stände, Schichten) kannte, gibt es den Senatorenstand (ordo senatorius), unter diesem den Ritterstand (ordo equester), die lokalen Eliten (ordines decurionum) und die freien römischen Bürger, gefolgt von den Freigelassenen (liberti) und Sklaven (servi). Die ständische Gesellschaft spiegelt sich ebenfalls im Heer. Die Senatoren und Ritter stellten die höheren und höchsten Offiziere (Legionskommandant, Kommandanten der Hilfstruppeneinheiten, der Kohorten und Alen sowie der Flotte; den Generalstab wie auch den Stab jeder Legion). Die Mitglieder der beiden oberen Führungsschichten des Reiches mussten also – im Gegensatz zur Schweizer Armee – keine Rekrutenschule absolvieren und es galt auch nicht (wie im napeoleonischen Heer) der Grundsatz : « Jeder Soldat trägt den Marschallstab in seinem Tornister ». Der soziale Aufstieg innerhalb der Gesellschaftspyramide über den Militärdienst war viel langsamer und ging vom Soldaten über den Gefreiten (Benefiziarier) über den Centurio. Nur die Spitzen des Zenturiates (primi pili) konnten durch kaiserliche Ernennung in den Ritterstand eintreten. Dann waren sie aber meist zu alt, um noch hohe Ritterämter in der Zentralbürokratie oder in der Provinzverwaltung zu bekleiden. Dies blieb ihren Söhnen vorbehalten.
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