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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Die römische Armee im Krieg > Der Sieg

    Der römische Triumpf

    Der Triumph ist das römische Ritual der Kriegsbeendigung. Er dient zur Entsühnung des Heeres und der Darbringung des Dankes an die Götter. Es handelt sich aber natürlich auch und in historischer Zeit in erster Linie um die Siegesfeier des obersten Feldherren. In einem langen Zug werden die geschlagenen Schlachten bildlich dargestellt, Beutestücke und Gefangene vorgeführt. Im Zentrum des Zuges fährt der "Triumphator" im Viergespann durch die Strassen. Durch seine Kleidung, das rotgefärbte Gesicht und den Kranz, den ein Staatssklave stets über seinen Kopf halten muss, wird er zum Abbild des Iuppiter. Gleichzeitig erinnert ihn aber der Sklave durch den Zuruf : "hominem te [esse] memento – Denk daran, Du bist nur ein Mensch" an seine wahre Natur. Hinter dem Triumphator folgen die Würdenträger und die sonst vom Stadtgebiet verbannten Soldaten. Der etwa 3,5 bis 4 km lange Parcours des Zuges begann ausserhalb der religös/symbolischen Stadtgrenze (pomerium), auf dem Marsfeld, und führte über die wichtigsten öffentlichen Plätze zum Kapitol. Ziel ist der Tempel des Iuppiter Capitolinus. Höhepunkt ist das Opfer weisser Stiere an den Gott. Zur Feier gehörten mehrtägige öffentliche Festspiele und Geldverteilungen an die Soldaten. Zum Zug von 71 n.Chr. besteht ein ausführlicher zeitgenössischer Bericht von Flavius Josephus.

    Der römische Triumph war hochgradig ritualisiert. Der Senat entschied jeweils, ob dem Feldherren diese Ehrung zustand und gewährte zusammen mit der Zustimmung auch die nötigen finanziellen Mittel zur Durchführung. Folgende Voraussetzungen mussten erfüllt werden :
    1. Der Sieg in einem gerechten, d. h. nach bestimmten Regeln des römischen Völkerrechts und in jedem Fall gegen äussere Feinde geführten Krieg.
    2. Der Besitz der vollen Befehlsgewalt, die in der Republik den obersten Beamten zukam. Im Laufe der Kaiserzeit entwickelte sich der Triumph zu einem ausschliesslich kaiserlichen Vorrecht.
    3. Eine festgelegte Mindestanzahl getöteter Feinde.
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