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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Die römische Armee im Krieg > Die Verteidigung des Reiches

    Der Limes

    Die bekannteste Verteidigungsstrategie, die Sie oben im Bild sehen und die man heute in Südwestdeutschland etwa auch erwandern kann, ist der über 500 km lange Limes (von Koblenz bis zur Donau). Limes heisst «der Grenzweg zwischen zwei Grundstücken», dann «die Grenze zwischen römischem und nicht-römischem Gebiet», wobei man sich nicht eine moderne Staatsgrenze vorstellen darf. Die Römer haben an verschiedenen Grenzabschnitten des Reiches nach und nach Limesbefestigungen errichtet : den Hadrians- und den Antoninswall in Britannien; den obergermanischrätischen Limes von Koblenz bis an die Donau; den Donaulimes unter Einschluss (seit Trajan) der Befestigungen in Dakien zur Sicherung der Silber- und Goldvorkommen (heutiges Rumänien gegen die Ukraine); das Fossatum Africae und weitere Grenzbefestigungen in Nordafrika gegen die Nomaden. Weitere Grenzbefestigungen wurden an der Ostgrenze des römischen Reiches errichtet.
    Der obergermanisch-rätische Limes bestand aus einer Abfolge von Auxiliarkastellen, Wachttürmen (zuerst aus Holz, dann aus Stein) und Palisaden aus Holz, später verstärkt durch Mauern mit Wall und Graben. Jeder Wachtturm war mit etwa 4 bis 5 Soldaten besetzt; von Wachtturm zu Wachtturm bestand Sichtkontakt, so dass man durch Feuer oder Rauchzeichen Meldungen bis zum nächstgelegenen Auxiliarkastell, bzw. bis zum Legionslager weitergeben konnte. Das ganze Limessystem bildete also nicht «ein uneinnehmbares Bollwerk wie die chinesische Mauer», sondern «eine militärisch gesicherte Meldelinie» (so D. Planck, in : Der Limes in Südwestdeutschland, Stuttgart, Konrad Theiss Verlag, 1980, 34–35).
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