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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Schaffung und Struktur des stehendes Heeres der Kaiserzeit > Die finanzielle Seite : Militärkasse, Dienstdauer und Besoldung

    Die Eingliederung der entlassenen Soldaten ins Zivilleben

    Nach dem von Augustus geschaffenen System erhielten die ehrenvoll entlassenen Soldaten (sog. honesta missio = ehrenvolle Entlassung) eine Abfindungssumme (vgl. Anmerkung Nr. 4), die es ihnen erlaubte, zusammen mit den Ersparnissen irgendwo im römischen Reich ein Gut zu kaufen und so ihre neue Existenz aufzubauen. Wenn auch die Soldaten aus ihrem Sold den Lebensunterhalt zu bestreiten hatten (vgl. Texte 1.2. Papyrus aus ), so kamen doch anderseits zum Sold hinzu ausserordentliche Geldgeschenke (donativa), die die Kaiser immer häufiger bei der Thronbesteigung und bei grossen Siegen verteilten. Deshalb war ein Veteran, und nicht nur ein Praetorianer, am Ende der Dienstzeit recht gut gestellt.
    Aus den schriftlichen Quellen erfahren wir fast nichts über das Verhalten der Veteranen nach ihrer Entlassung. Hingegen geben uns die Inschriften und die Militärdiplome (–>Tafel 0.3; –> Tafel 3.3) Auskunft : entweder kehrten sie in ihre ursprüngliche Heimat zurück oder sie blieben in der näheren Umgebung des Stationierungsortes hängen und gründeten dort eine Familie. Zur Terminologie : Augustus verlangte noch von den entlassenen Soldaten, als Veteranen fünf Jahre zur Verfügung zu stehen. Später war mit der Entlassung und mit dem Status als Veteran der Militärdienst beendet. Die Militärkasse (aerarium militare) wurde durch die indirekten Steuern (Erbschaftssteuer und Auktionssteuer) gespeist, denen die römischen Bürger überall im Reich unterworfen waren.
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