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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Schaffung und Struktur des stehendes Heeres der Kaiserzeit > Die finanzielle Seite : Militärkasse, Dienstdauer und Besoldung

    Einführung in die Problemstellung der Tafel 1.4

    Augustus sah sich gezwungen, nach den grossen Ansiedlungen, die auf die Demobilisierung der Legionen nach der Schlacht bei Aktium 31 v.Chr. erfolgten, das Problem der Abfindungen der Veteranen auf eine neue Grundlage zu stellen. Das Problem der Rückführung der Veteranen ins Zivilleben belastete die Politik der Spätrepublik seit den Reformen des C. Marius (157–86 v.Chr. ; Heeresreform während seiner Konsulate 107 und 104–100 v.Chr.). Marius nahm bei der Truppenaushebung auch sog. proletarii oder capite censi als Rekruten auf, d.h. römische Bürger, die ohne Vermögen und vor allem ohne Grundbesitz waren; diese Soldaten konnten nach der Beendigung eines Feldzuges nicht mehr auf ihr Landgut zurückgeschickt werden. Mit der Reform des Marius war die Armee der Spätrepublik geboren, die sich, zwar immer noch auf dem Milizsystem beruhend, einer "professionellen Freiwilligenarmee" anglich, sich immer mehr dem einzelnen General und weniger den Behörden und dem römischen Staat als Ganzem verpflichtet fühlte und die von ihrem Befehlshaber Fürsorge auch für den Wiedereintritt ins Zivilleben erwartete. Pompeius der Grosse verlangte deshalb noch vom Senat und dem amtierenden Konsul C. Julius Caesar 59 v.Chr., dass die Soldaten, die im Seeräuberkrieg und im Krieg gegen Mithridates (67–64 v.Chr.) unter seinem Oberbefehl gekämpft hatten, Land zugesprochen erhielten. Caesar setzte dies 59 v.Chr. mittels der Agrargesetze durch; diese Forderung bildete einen Teil der Abmachungen des 1. Triumvirates. Caesar selbst liess Veteranen des gallischen Krieges seit 46 v.Chr. in Kolonien ansiedeln (–> Tafel 1.3.). Oktavian/Augustus führte die Ansiedlungen in Kolonien bis ca. 14 v.Chr. durch. Nun musste Augustus ein anderes System einführen, das in dieser Tafel behandelt wird.
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