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    Modules > Numismatik > Römische Numismatik > Die Münzen der hohen Kaiserzeit

    Ikonographie der Kaisermünzen II: Die Personifikation

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    Auf den Rückseiten der Münzen finden sich vielfach Frauengestalten, die durch die Attribute in ihren Händen identifiziert werden können. In der Regel handelt es sich um Göttinnen, die durch die Attribute auch eine spezielle Tugend der Kaiser darstellen. Man nennt sie deshalb auch Personifikationen. In der hohen Kaiserzeit tritt eine ganze Schar dieser Frauengestalten, die von allen Kaisern mal öfter mal seltener verwendet werden, um auch Parolen an das Volk herauszugeben. In der Tabelle unten finden sie einige Beispiele.

    BildPersonifikationBemerkung
    AequitasDiese Personifikation nach ihrer ersten Darstellung durch Galba (68 n.Chr.) regelmässig in der Ikonographie der Kaisermünzen auf. Ihre Attribute sind die Waage, ein Massstab (pertica) der oft mit einem Szepter verwechselt wird. An dessen Stelle trägt sie manchmal auch ein Füllhorn cornucopiae oder einen Palmzweig. In der Münzpropaganda kommt der Aequitas mehr ein genereller Zug zu: sie soll symbolisieren, dass es um die finanziellen Angelegenheiten des Reiches gut bestellt ist, und dass alles seine Ordnung hat.
    AeternitasDie Aeternitas als kaiserliches Ideal erscheint ab der Regierungszeit Vespasians bis ins 4. Jh. Sie wird mit verschiedenen Attributen dargestellt, die sie mit der Fortuna teilt: Steuerruder, patera, globus. Deshalb ist auch nicht immer klar, ob sich die Figur nicht auch auf die Fortuna bezieht und diese in Verbindung mit der Aeternitas das ewige Glück des Herrscherhauses beschwören soll.
    FortunaDie "Fotuna redux" – die heimführende Glücksgöttin – symbolisiert, dass der Kaiser von einer langen Reise glücklich nach Rom heimgekehrt ist. Dieses Motiv findet sich auf den Münzen der Kaiser von Augustus an bis zu Carausius (296 n. Chr.) Die Attribute der Fortuna sind das Steuerruder, mit dem sie das Staatsschiff und seinen "Kapitän" den Kaiser in ruhige Gewässer geleitet, das Füllhorn (cornucopiae), mit dem sie Reichtum über Staat und Volk ausgiesst, und der Globus, der das ganze Weltall (und nicht die Erdkugel) und damit ihren und des Kaisers Herrschaftsbereich symbolisiert.
    LibertasDas Motiv der Libertas begegnet besonders in der Republik des 1. Jh. v. Chr. als es zum Schlagwort der Partien der Popularen und der Optimaten wurde. In der Kaiserzeit meinte man damit natürlich nicht, das die alte freiheitliche Ordnung der Republik wiederhergestellt war, sondern sie war vielmehr Ausdruck dafür, dass die Herrscher oder Usurpatoren das römische Volk von einem Tyrannen befreit haben oder aber die geltende Verfassung ein- und hochzuhalten versprachen.
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