UniFR Logo
    Modules > Lateinische Epigraphik > Anfänger

    Die Kaisertitulaturen

     Die Inschriften, die eine gesamte Kaisertitulatur beinhalten, stellen eine eigenständige Kategorie dar. Sie sind sehr häufig anzutreffen und befinden sich auf allen vom Kaiser eingeweihten oder in seinem Namen errichteten Monumenten. Sie bestehen aus verschiedenen Elementen gemäß einem konstanten Vorbild, das ab dem ersten Jahrhundert n. Chr. festgelegt wurde. Die Titel werden in allen epigraphischen Dokumenten derselben Herrschaft angeführt. Der Name des Kaisers setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

    • IMP(erator): Dieser Titel ersetzt das praenomen des Kaisers;
    • Caesar, das cognomen der gens Julia, tritt an die Stelle des nomen gentile (Gentilnamen) bei allen Kaisern;
    • Seine Filiation;
    • Seine persönlichen Namen (nomina);
    • AUG(ustus): Seit Augustus diente dieser Ehrentitel den Kaisern als cognomen;
    • Dazu kommen von den Namen der bezwungenen Völker abgeleitete Siegerbeinamen, gefolgt vom Attribut maximus, mit der Angabe verschiedener Würden;  
    • Pontifex maximus (Oberhäupter der römischen Religion und Leiter des Kollegiums der Pontifices);
    • Tribunicia potestate: Die tribunizische Amtsgewalt wurde dem Kaiser bei seinem Regierungsantritt übertragen und seitdem jährlich erneuert;
    • Consul: Wenn der Kaiser nicht zum "Konsul auf Lebenszeit" gewählt wurde, konnte er das Konsulat mehrmals während seiner Regierung bekleiden;
    • Pater patriae: Augustus empfing diesen ehrenvollen Titel im Jahre 2 v. Chr. und seine Nachfolger nahmen ihn auch an.

     All diese Elemente sind mögliche Datierungskriterien für Inschriften. Nach seinem Tod konnte der Kaiser zum divus (göttlich) erhoben oder zur damnatio memoriae, d.h. zur Verdammung des Andenkens, verurteilt werden. In diesem letzten Fall wurde sein Name durch Zermeißeln aus Inschriften systematisch entfernt (z.B. Caligula, Nero, Domitian, Elagabal). Vgl. Walser Nr. 39 (aus Nyon).

Antiquit@s est un projet du Campus Virtuel Suisse - Contact : sandrine.codourey(at)unifr.ch & Centre NTE - Université de Fribourg - Suisse