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    Modules > Lateinische Epigraphik > Anfänger

    Grabinschriften oder Epitaphen

    Die Grabinschriften stellen den weitaus größten Teil des überlieferten epigraphischen Materials dar. Zu Beginn war ihre Formulierung einfach und kurzgefaßt (nur ein Name). Seit der römischen Kaiserzeit kamen verschiedene Informationen dazu. Normalerweise enthalten die Epitaphen folgende Elemente:

    1. Eine Anfangsformel, die den Stein unter den Schutz der Totengötter (Manen) stellt: D(is) oder D(iis) M(anibus), den Manen;
    2. Den Vornamen und den Namen des Verstorbenen, mit seiner Abstammung, seinem Tribus und seinem oder seinen Beinamen;
    3. Angaben über seine Karriere (seinen mehr oder weniger ausführlichen cursus) oder seine Berufstätigkeit;
    4. Das Alter: Zumeist befindet sich vor der Altersangabe der Ausdruck vixit annos oder annis (abgekürzt: V.A, VIX.AN, V.ANN.), oder einfach der Genitiv Plural annorum (abgekürzt: A., AN., ANN.), und für Kleinkinder nennt die Grabinschrift manchmal die Lebensjahre und -monate, mitunter sogar die Tage;
    5. Die Umstände des Todes: Darüber hinaus kann die Inschrift Auskunft geben, auf wessen Initiative die Grabstätte errichtet wurde, und daneben sind im allgemeinen seine Beziehung mit dem Verstorbenen und die Formel f(aciendum) c(uravit) zu lesen;
    6. Eine kurze Beschreibung des Grabmals, besonders Angaben zum Grabbezirk, der für die Breite, IN.F, in f(ronte), und Tiefe, IN.A, in a(gro), in Fuß angegeben wird;
    7. Manchmal sind ein Gedicht oder ein besonderer Wunsch angefügt, wie das traditionelle s(it) t(ibi) t(erra) l(evis), "die Erde sei dir leicht", o(ssa) t(ua) b(ene) q(uiescant), "deine Gebeine mögen sanft ruhen", oder eine Verfluchungsformel, um die Grabstätte vor Schändung zu schützen, H.M.D.M.A, h(uic) m(onumento) d(olus) m(alus) a(besto), "diesem (Grab-)Denkmal sei böse List, Betrug ferne".

    Bibliographie pour la fiche
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