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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Die römische Armee im Krieg

    Die neue Angriffsstrategie am Beispiel des Alpenfeldzuges

    Karte zu Alpenfeldzug und Stämmen, die in den Alpen wohnten



    Die Lokalisierung der Stämme ist nicht immer gesichert.
    Lit. R. Frei-Stolba : "Die Räter in den antiken Quellen", in : Das Räterproblem in geschichtlicher, sprachlicher und archäologischer Sicht, Schriftenreihe des Rätischen Museums Chur 28, 1984, 6–21
    © R. Frei-Stolba und M. Faessler

    Dokumente zum Alpenfeldzug
    A) 16 v. Chr. : Die Vorbereitung
    Cassius Dio 54, 20, 1 :
    "Während jener Zeit kam es auch zu zahlreichen anderen Unruhen : Die Kammunier und Vennier, Alpenvölker, erhoben nämlich die Waffen, wurden aber von Publius Silius besiegt und unterworfen."

    B) 15 v.Chr. : Der Kriegszug des Tiberius und des Drusus
    Cassius Dio 54, 22, 1 :
    "Inzwischen waren Drusus und Tiberius mit folgenden Unternehmungen beschäftigt : Die Raeter, die zwischen Norikum und Gallien ihre Wohnsitze haben, unternahmen Einfälle in viele Teile des benachbarten Gallien und schleppten sogar aus Italien Raubgut hinweg. Ausserdem belästigten sie die Römer oder auch ihre Bundesgenossen, welche ihr Gebiet durchquerten. (2) Nun war zwar ein solches Verhalten irgendwie bei Völkern zu erwarten, mit denen kein Friedensabkommen bestand, die Raeter aber töteten unter den Gefangenen alles, was männlichen Geschäftes war, nicht nur, was bereits in die Welt getreten war, sondern auch was als ungeborenes Leben sich in den Körpern der Frauen befand und durch Wahrsagen als männlich festgestellt wurde. (3) Deshalb schickte Augustus zunächst den Drusus gegen sie, und der schlug rasch eine Gruppe von ihnen, die ihm bei den tridentinischen Bergen vorweg entgegentrat, in die Flucht, worauf er den Rang eines Praetors erhielt. Späterhin, als die Feinde zwar von Italien abgedrängt waren, jedoch auch dann noch Gallien heimsuchten, entsandte der Kaiser auch noch den Tiberius. (4) Die beiden Brüder brachen nun von vielen Seiten her gleichzeitig ins Land ein, sowohl persönlich wie auch mit Hilfe ihrer Unterführer, und Tiberius überquerte auf Schiffen sogar den See. So versetzten sie die Einwohner, indem sie lediglich auf einzelne Volksgruppen stiessen, in Schrecken und überwältigten ohne besondere Mühe nicht nur diejenigen, die sich jeweils zum Kampfe stellten – die Barbaren setzten ja ihre Streitkräfte nicht geschlossen ein –, sondern nahmen auch den Rest, der sich durch das Vorausgegangene geschwächt und entmutigt fühlte, gefangen. (5) Und da die Bevölkerung über viele Männer verfügte und man mit Empörungen rechnen musste, so führten die Römer den Grossteil ihrer kräftigsten, im waffenfähigen Alter stehenden Leute ausser Landes und liessen nur so viele Leute zurück, dass sie das Gebiet wohl hinreichend besiedeln, nicht aber einen Aufstand wagen konnten."

    C) 7/6 v.Chr. : Der siegreiche Abschluss – Das Tropaeum Alpium
    Auf dem grossen Siegesdenkmal des Tropaeum Alpium steht:
    " Senat und Volk von Rom für den Imperator Caesar Augustus, den Sohn des vergöttlichten Caesar, dem Oberpriester, Imperator zum 14. Mal, im siebzehnten Jahr seiner tribunizischen Gewalt, weil unter seiner Führung und seinem Oberbefehl alle Alpenvölker vom Adriatischen (oberen) bis zum Tyrrhenischen (unteren) Meer unter die Herrschaft des römischen Volkes gebracht worden sind. Die besiegten Alpenvölker sind :
    Die Trumpliner, die Kamunner, die Venosten, die Vennoneten, die Isarker, die Breuner, die Caenaunen, die Fokunaten, die vier Vindelikerstämme, die Kosuaneten, die Runikaten, die Likaten, die Kattenaten, die Ambisonten, die Rigusker, die Suaneten, die Kalukonen, die Brixen(e)ten, die Lepontier, die Uberer, die Nantuaten, die Seduner, die Veragrer, die Salasser … usw. "



    Bibliographie pour la fiche
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