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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Schaffung und Struktur des stehendes Heeres der Kaiserzeit

    Die finanzielle Seite : Militärkasse, Dienstdauer und Besoldung

    1. Der persönliche finanzielle Einsatz des Augustus
    Tatenbericht des vergöttlichten Augustus, 17 :
    "Viermal habe ich mit meinen eigenen Vermögen die Staatskasse saniert, indem ich hundertfünfzig Millionen Sesterzen den Verwaltern dieser Kasse übergeben habe. Und unter den Konsuln Marcus Lepidus und Lucius Arruntius habe ich zur Militärkasse, die auf meinen Vorschlag hin eingerichtet wurde, um aus ihr den Soldaten eine Abfindung zu zahlen, die zwanzig oder mehr Dienstjahre abgeleistet hatten, aus meinem Privatvermögen hundertsiebzig Millionen Sesterzen beigesteuert."

    Tatenbericht des vergöttlichten Augustus, Zusatz 1:
    "Die Gesamtsumme des Geldes, das er für die Staatskasse, das römische Volk oder die entlassenen Soldaten ausgab, betrug sechshundert Millionen Denare."

    2. Die Schaffung der Militärkasse und der indirekten Steuern
    a) Cassius Dio LV, 25, 1 (6 n.Chr.) :
    "Als in der Folgezeit unter den Konsuln Aemilius Lepidus und Lucius Arruntius sich keine Einkünfte ... finden liessen, (2) versah Augustus in seinem und des Tiberius Namen die Kasse mit Geld – er gab ihr den Namen Aerarium militare – und ordnete an, dass drei gewesene Praetoren durchs Los bestimmt werden und jeweils drei Jahre lang die Verwaltung führen sollten. (3)... Augustus selbst leistete nun für die Kasse einen gewissen Zuschuss und versprach, es so Jahr für Jahr zu halten ... Da sich aber all diese Beiträge im Vergleich mit der Menge der Aufwendungen als viel zu gering erwiesen, erteilte Augustus den Senatoren den Auftrag, jeder solle für sich und unabhängig vom anderen nach Geldquellen forschen ... (5) (Augustus) setzte eine fünfprozentige Steuer auf Erbschaften und Legate, welche in Todesfällen irgend jemand ausser nächsten Verwandten oder ganz armen Leuten hinterlassen würde."

    b) Tacitus, Annalen, I, 78, 2 :
    "Als das Volk um die Abschaffung der nach den Bürgerkriegen eingeführten einprozentigen Auktionssteuer (eine Art Warenumsatzsteuer) bat, antwortete Tiberius in einem Edikt, dass die Militärkasse auf diese Einkünfte angewiesen sei."

    3. Neue klare Bedingungen für Dienst und Besoldung
    Cassius Dio LV, 23, 1 (5 n.Chr.) :
    "Die Soldaten waren über die dürftigen Belohnungen, die man ihnen wegen der damaligen Kriege gewährte, höchst ungehalten, und keiner wollte mehr über die normale Dienstzeit hinaus bei der Truppe bleiben. So beschloss man, jedem Angehörigen der Praetorianergarde nach sechszehn Dienstjahren 20'000 Sesterzen (= 5'000 Denare) und den restlichen Soldaten nach zwanzig Dienstjahren 12'000 Sesterzen (= 3'000 Denare) auszubezahlen."




    Bibliographie pour la fiche
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