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    Modules > Römische Armee der Kaiserzeit > Probleme, Fragestellungen und Quellenspektrum zur römischen Armee

    Numismatische Quellen

    Münzen waren das Massenmedium der römischen Kaiserzeit, da sie unabhängig von Sprache und Alphabetisierungsgrad von allen Reichseinwohnern verstanden wurden. Im Gegensatz zu heute und auch im Gegensatz zu den Münzen der griechischen Stadtstaaten (poleis) wechselten die Bilder der Rückseite seit dem Ende der Republik bei jeder Emission. In der Kaiserzeit trugen die Münzen auf der Vorderseite das Porträt des Kaisers (Kopf oder Büste meistens nach rechts) mit einer umlaufenden Legende, die seinen Namen und seine Titulatur enthielt. Die Rückseite wies dagegen ein sorgfältig ausgewähltes Bild aus, das eine politische oder religiöse Botschaft vermittelte, häufig ebenfalls von einer Legende begleitet. Anhand der Rückseitenbilder lassen sich deshalb die allgemeinen politischen Schlagworte und die religiös-kulturellen Strömungen der Zeit erkennen.
    Es gab die Goldmünze (aureus), die Silbermünze (denarius) und Bronzemünzen (aes). Die wichtigsten Bildnisträger waren die Gold- und Silbermünzen sowie von den Bronzemünzen der Sesterz (aus Messing). Die Gold- und Silbermünzen waren für grosse Zahlungen bestimmt und richteten sich an die Oberschichten wie auch an die Soldaten, deren Sold in den Edelmetallprägungen ausbezahlt wurde. Der Sesterz hingegen war eher für die Zivilbevölkerung, vor allem für die Bevölkerung Roms bestimmt; er eignete sich gut für Darstellungen, da er eine vergleichsweise grosse Münze (30–35 mm Durchmesser) war.
    Das unterschiedliche Zielpublikum spiegelt sich auch manchmal in den unterschiedlichen Botschaften der Rückseiten : unter Trajan etwa wurden auf den Sesterzen die Baudenkmäler Roms und damit Trajan als grosser Bauherr gefeiert (Bilder des Circus Maximus, des Triumphbogens zum Eingang des Forum Traiani, des Tempels des Iuppiter Victor).
    Die Betrachtung und die Analyse der Münzbilder sind nicht die einzigen Forschungsgebiete der Numismatik. Die Münzen geben auch Auskunft über die Geldpolitik der Kaiser, wenn man ihren Feingehalt untersucht (ist der Denar "gutes Geld" oder nur Bronze mit einem Silberaufguss, wie im 3. Jh. n.Chr. und daher nicht viel wert ?). Weitere Forschungsbereiche sind die Fundverteilung (wo finden sich welche Münzen, was Aussagen zur Datierung eines Fundplatzes erlaubt) sowie Münzumlauf und Emissionhöhen.

    Diese Quellengattung gibt unter anderem Auskunft über das Thema Krieg und Frieden sowie über das Verhältnis des Kaisers zur Armee.


    Bibliographie pour la fiche
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