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    Modules > Numismatik > Grundlagen und Methoden

    Die Stempelkopplung

    Physikalische Grundlagen:

    Das Prägen der Münzen in der Antike geschieht von Hand. Dadurch wirken auf die Münzen und auf die Werkzeuge unterschiedlich grosse Kräfte ein. Aufgrund dieser Krafteinwirkung nutzt sich der Stempel der Rückseite schneller ab als derjenige der Vorderseite, weil der Vorderseitenstempel fest im Amboss verankert ist und dadurch die Schläge gleichmässiger auf ihn Einwirken. Der Rückseitenstempel, der sich im Treibstock befindet, ist hingegen direkt dem Hammer und dem Widerstand des Ambosses ausgesetzt.

    Nutzen:

    Das Phänomen der unterschiedlich langen Gebrauchsdauer dieser verschiedenen Stempel wird in der Numismatik dazu benutzt, eine relative Chronologie einer Ausgabeserie von Münzen (Emission genannt) aufzustellen. In der Folge ist es nun möglich, unter Einbezug der genauen Beobachtung der Typen und der für Sie verwendeten Stempel eine relativ genaue Chronologie ihrer Prägegeschichte durchführen. Besonders bei grossen Emissionen, wie sie die römischen Kaiser tätigten verspricht diese Methode Erfolg.


    Bei dieser Darstellung geht es um die Auswertung von mindestens 18 Münzen, die jeweils mit einem von zwei Vorderseitenstempel und einem von drei Rückseitenstempel geprägt wurden.

    Man legt zunächst für jede Münze die jeweilige Stempelkombination fest.

    Anschliessend kann man diese Kombinationen in eine Reihenfolge bringen, indem man die Abnützungsgrade der einzelnen Stempel als Anhaltspunkte verwendet (vgl. in der Grafik den grau bezeichenten Bereich der Stempel).

    Man folgt dabei dem Grundsatz, dass eine Münze, die abgenützte Stempelbilder zeigt, später geprägt sein muss als eine Münze, deren Stempelbilder noch scharf sind.

    Aus dem oben abgebildeten Beispiel wird auch ersichtlich, dass verschiedene Stempel alternierend gebraucht werden konnten, was durch die Überschneidung der Linien gekennzeichnet ist.

    Man nimmt deshalb an, dass bei der Produktion meherere Stempel mit den gleichen Motiven gleichzeitig verwendet wurden, um die Arbeit zu beschleunigen.

    Die grünen Balken markieren die Stellen der Chronologie, an denen man eine Ablösung der Stempelkopplung je eines bestimmten Vorder- und Rückseitenstempels feststellen kann, womit klare Anhaltspunkte dafür gegeben sind, wie diese relative Chronologie im Einzelnen ausgesehen hat.

    In der Aktivität können Sie an einem realen Beispiel eine relative Chronologie ermitteln. Dort werden Sie sehen, dass man dieses Verfahren einsetzen kann, um eine relative Chronologie mehrerer verschiedener Münztypen zu ermitteln.

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