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    Modules > Heidnischer und christlicher Senatsadel in spätrömischer Zeit > Der heidnisch-traditionelle Senatsadel

    Quintus Aurelius Symmachus

    Besonders glücklich ist die Überlieferungslage bei der schriftlichen Hinterlassenschaft des römischen Senators Quintus Aurelius Symmachus (etwa 345-402). Über 900 Briefe mit wichtigen Adressaten wie Praetextatus, dem Dichter Ausonius (310-395) und Petronius Probus, widerspiegeln private und amtliche Beziehungen innerhalb der Senatsaristokratie. Äusserst aufschlussreich für die Suche nach konstitutiven Elementen des Senatsadels sind die Reden, mit denen Symmachus vor dem Senat für die Aufnahme von Senatsanwärtern in den erlauchten Kreis eintrat. Den primores senatus zugehörig - zeitweise vielleicht sogar princeps senatus - und gleichzeitig einer der besten Rhetoriker seiner Zeit, war er eine Persönlichkeit, deren Empfehlungen viele begehrten.

    Bis zu seiner Beförderung zum comes ordinis tertii wissen wir nicht viel über das Leben des Symmachus. Wichtig ist seine Freundschaft mit dem Dichter und Redner Ausonius, der als Erzieher des jungen Gratian eine der führenden Persönlichkeiten am Kaiserhof war. Unter dessen Protektion geschah es vermutlich auch, dass Symmachus, kaum 28-jährig, als Abgesandter des Senats vor den Kaiser Valentinian trat, um ihm zu seinem fünfjährigen Regierungsjubiläum zu gratulieren. Bereits sein Vater, Aurelius Avianius Symmachus, war mehrfach als Repräsentant des Senats an den Hof gereist und als exzellenter Redner bekannt. Die als oratio 1 überlieferte Rede beeindruckte Valentinian in solchem Mass, dass Symmachus mit dem Rang eines comes ordinis tertii ausgezeichnet und für einige Zeit am Hof behalten wurde.

    Von Symmachus erhalten wir das Bild eines Senatsadligen, der seine Ideale bezüglich des pars melior humani generis - als den er den Senat empfand - mit grosser Konsequenz verkörperte. Was für ihn Adel bedeutete, kommt am klarsten in seinen Reden zum Vorschein, mit denen er sich im Senat für Ämterkandidaten einsetzte.

    In seinem eigenen Leben war für Symmachus die Bewährung in der Ausübung von Ämtern wichtig, welche die Zugehörigkeit zum Senat und damit den Zugang zur nobilitas ermöglichte. Rüstzeug dazu waren virtus und mores sowie rhetorische Fähigkeiten und Bildung. Nicht nur die Verwaltungsämter, sondern auch die Sicherstellung der Gunst der wichtigen Gottheiten waren für Symmachus Teil des Staatsdienstes und des ständischen Lebens. Seine Bittschrift an Kaiser Theodosius im Jahre 391, mit der er zum letzten Mal für die Wiederherstellung des Victoriaaltars im Senatsgebäude eintrat, zeigt deutlich, welche Bedeutung die Ausübung der religiösen Pflichten für den altgläubigen Senatsadel besass.

    Seine - offensichtlich ausgedehnte - Zeit der Musse verbrachte er mehrheitlich auf seinen verschiedenen Gütern. Dort beschäftigte er sich oft mit Bildung und Literatur und verfasste nebst den zahlreichen Briefen ab und zu auch kleinere Gedichte.


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