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    Modules > Einführung in die Alte Geschichte > Die Quellen der Alten Geschichte und die Bedeutung von weiteren altertumswissenschaftlichen Disziplinen

    Numismatik, Epigraphik und Papyrologie

    Numismatik: Münzen als historische Zeugnisse

    Die antike Münzgeschichte setzt gegen Ende des 7. Jh. v. Chr. in Kleinasien ein. Allerdings hat es Geld schon früher gegeben. Münzen sind Geld in Form handlicher, meist runder geprägter Metallstücke, sie bilden ein äusserst aufschlussreiches historisches Quellenmaterial. Eine Ausstellung des Münzkabinetts Winterthur (Villa Bühler, Lindstrasse 8, Öffnungszeiten Di, Mi, Sa und So von 14-17, Eintritt frei) mit dem Titel "Griechen – Perser – Römer. Antike Münzen aus Kleinasien" mag das ein wenig veranschaulichen.
    Gewiss konnte zunächst ein Stück Geld- und Münzgeschichte erschlossen werden. Anschaulich lagen darüber hinaus den Besuchern die Bilder von Göttern und Heroen sowie Zeugnisse verschiedener Kulte vor und vermittelten so einen Eindruck der damaligen Religion. Herrscherporträts machten nüchterne Tabellen mit Dynastien, Chronologien und Abfolgen von Reichen lebendig. Da es schon damals üblich war, politische Propaganda über Münzen zu vermitteln, sind bei der Beschäftigung mit diesen dauerhaften Zeugnissen zahlreiche Einsichten in die damalige Welt politischer Vorstellungen und Einrichtungen möglich. Zu den Möglichkeiten des Zusammenspiels von Numismatik und Alter Geschichte siehe C. Howgego, Geld in der Antiken Welt. Was Münzen über Geschichte verraten, Darmstadt 2000 (orig. Ancient History from Coins, London 1995).

    Epigraphik

    Inschriftenkunde beschäftigt sich mit schriftlichen Zeugnissen, die nicht als Literatur, sondern z.B. auf Papyri und Münzen überliefert sind. Zumeist sind die epigraphischen Zeugnisse auf Stein überliefert. Die zeitliche und regionale Vielfalt des überlieferten Materials führt dazu, dass für Lesung und Analyse neuer Inschriften Spezialkenntnisse notwendig sind. Die in den zahlreichen Editionen und Corpora zugänglichen Texte sind aber rascher verständlich, als es der Anfänger vermutet. Die für Historikerinnen und Historiker notwendigen Grundkenntnisse enthalten diverse Einführungen. Empfohlen sei hier M. G. Schmidt, Einführung in die lateinische Epigraphik, Darmstadt 2004.

    Für eine Bezeichnung einer Inschrift in solchen Werken muss die Inschriftenausgabe, die Bandnummer und die Inschriftennummer angegeben werden, also z.B. CIL VI 1698 = ILS 1257.

    Papyri und Papyrologie


    Papyri, ein Wort, von dem das moderne Wort für Papier abstammt, wurden aus den Fasern einer Wasserpflanze hergestellt und waren in den alten Kulturen des Mittelmeerraumes ein verbreiteter Beschreibstoff. Auf Papyri sind literarische, juristische und medizinische Texte festgehalten worden; man hat sie für Briefe, Verträge, Eingaben und Beschwerden, Protokolle, Steuerabrechnungen, magische Rezepte und manch anderes mehr verwendet. Die Fülle der Papyri stammt aus Ägypten. Beispielsweise gibt es aber auch einen interessanten und wichtigen Bestand aus dem ostgotischen Italien des 6. Jahrhunderts. Angesichts der Fülle der auf Papyri enthaltenen Themen ist es klar, dass die junge Wissenschaft der Papyrologie keine allgemein akzeptierte Definition ihres Gebietes finden konnte. Neben den Papyri werden in der Papyrologie auch noch weitere Texte untersucht, so etwa solche auf Ostraka (Scherben von Tongefässen) oder Holztafeln. Die Kleine Einführung in die Papyruskunde von Hans-Albrecht Rupprecht (Darmstadt 1994) strukturiert die in der Papyrologie behandelten Gegenstände thematisch und chronologisch. Die Themen sind: Allgemeines über Papyri und andere Beschreibstoffe; Staat und Verwaltung; Recht; Sozial- und Wirtschaftsgeschichte; Religion; Literatur, Erziehung und Schule.

    Die Abkürzung P. bezeichnet in der Regel einen Papyrus. Z.B. ist P. Bodm. = Papyrus Bodmer, Veröffentl. der Bibliotheca Bodmeriana, Cologny-Genf. P. Oxy. verweist auf eine Publikation von Papyri aus dem ägyptischen Oxyrhynchos, einem der berühmtesten und wichtigsten Fundorte. Natürlich sind ähnlich wie bei den Inschriften der entsprechende Band der Sammlung und die Nummer des einzelnen Papyrus zu zitieren. Weiterführende Hinweise z.B. in der oben erwähnten Einführung von Hans-Albrecht Rupprecht.


    Textes



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