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    Modules > Einführung in die Alte Geschichte > Die Quellen der Alten Geschichte und die Bedeutung von weiteren altertumswissenschaftlichen Disziplinen

    Livius - zum Umgang mit mythischen Geschichten in der Historiographie

    Titus Livius (59 v.Chr. – 17 n.Chr.) hat eine 142 Bücher umfassende Geschichte Roms bis in seine eigene Lebenszeit hinein verfasst. Für Dante war er der Historiker, "der nicht irrt". Machiavelli kommentierte ihn in seinen Discorsi und benützte Römische Geschichte als Lehrmeisterin für die Gegenwart.

    Zuweilen stehen uns neben Livius weitere Quellen zur Verfügung, die Historiker Polybios oder Dionysios von Halikarnassos beispielsweise. Immer wieder aber ist Livius die einzige Autorität, die wir besitzen. Dank seiner meisterhaften Gestaltung seines Stoffes wird man zwar Klagen über diese Situation zurückstellen. Aber: Lässt sich mit Hilfe von Livius die römische Frühgeschichte rekonstruieren? Die Antwort darauf lautet: So gut wie nicht. Denn schon Livius und die von ihm benützten Annalisten hatten nicht mehr Zugang zu entsprechenden Quellen. Die erregenden Geschichten über all das, was nach der Einnahme Trojas geschah, bleiben Mythos: Aeneas, der mit seinem Vater Anchises und seinem Sohn Ascanius nach Italien gelangt, Romulus und Remus, der Raub der Sabinerinnen und ... und ... Das alles waren altbekannte Stoffe, die Livius glänzend dargestellt hat. Livius selbst bemerkt in der praefatio (Vorrede) seines Geschichtswerkes, dass er einen altbekannten Stoff behandle, an welchem immer neue Schriftsteller gearbeitet hätten. Wir heutigen Leser können sagen, dass Livius unter so viel Konkurrenz in der Darstellung des Altbekannten glänzend abgeschnitten hat. Seine Darstellung wurde kanonisch. Zusammen mit den Ausführungen bei Dionysios von Halikarnassos, sehr häufiger aber der Römerbiographien des Plutarch, manchmal der Exemplasammlung des Valerius Maximus und immer wieder natürlich der noch berühmteren Aeneis des Vergil sind Passagen des Livius auch in die bildende Kunst eingegangen.


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