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    Modules > Einführung in die Alte Geschichte > Die Quellen der Alten Geschichte und die Bedeutung von weiteren altertumswissenschaftlichen Disziplinen

    Thukydides und die Frage der historischen Methode

    Thukydides (ca. 460 bis nach 400 v. Chr.), der Geschichtsschreiber des Peloponnesischen Krieges, hat im Vergleich zu Herodot historische Fragestellungen vertieft und methodisch konsequenter angegangen. Dabei beschränkt er die breite Fülle des bei Herodot Dargestellten sehr stark auf die politische Geschichte.

    Thukydides gibt sich nicht damit zufrieden, Denkwürdiges zu erzählen. Er fragt nach Ursachen und Gründen und damit nach jenen Faktoren, wie sie immer wieder in Geschichtsprozessen anzutreffen sind. Es wird also ein analytischer Raster an das Material herangetragen. Thukydides arbeitet heraus, was immer wieder gilt. Sein Werk zeigt die anthropologischen Konstanten und Menschen als sozial handelnde Wesen. So eröffnen sich Vergleiche über die Zeiten hinweg.

    Das Material der Geschichtserzählung, das was die Quellen hergeben, erscheint in kunstvoller Sprache. Wenn Thukydides eine Rede wiedergibt, so ist diese Rede in dieser Form nicht wörtlich gehalten worden. Allerdings hält sich Thukydides an die Tendenz der Rede. Er geht vom Empirischen aus, und ordnet dessen Musterhaftigkeit in die Struktur seines Geschichtswerkes ein. Wenn eine in Thukydides wiedergegebene Quelle zitiert wird, so haben wir diese Quelle somit in einer Form, welche ihr die Analyse und Gestaltung des Thukydides gegeben haben.


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