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    Modules > Spätantike > Strukturen der Spätantike

    Verwaltung und politisches System

    Charakteristika der spätrömischen Monarchie

    Reformansätze der Soldatenkaiser aufgreifend, überwanden Diokletian (284-305) und Konstantin (306-337, Alleinherrscher ab 324) die vorangegangene Krisenzeit und leiteten eine neue Epoche ein. Dies gilt auch in Bezug auf das Wesen des römischen Kaisertums. Zum Zweck der Grenzsicherung und der inneren Stabilisierung hat Diokletian eine Mehrherrschaft aus vier Kaisern geschaffen, die unter sich das römische Reich in vier Herrschaftsgebiete aufteilten. Die Zusammensetzung des Kaiserkollegiums beruhte dabei nicht auf dynastischem Prinzip. Dieses Herrschaftssystem – zwei Augusti und zwei ihnen untergeordnete Caesares – wird als Tetrarchie bezeichnet. Es konnte (bereits seit der zweiten Tetrarchie 306) indes nur mit Mühe bis 311 aufrechterhalten werden. Dann herrschten nur noch zwei Augusti, bis schliesslich unter Konstantin das römische Reich eine absolute, auf dynastischem Prinzip fussende Monarchie wurde (seit 324). Die spätantiken Kaiser regulierten mit zahlreichen Gesetzen und grenzten sich durch ein aufwendiges Hofzeremoniell ab, das im Verein mit der religiösen Entrückung der Herrscher Ausdruck der Distanz zwischen Kaiser und Reichsbevölkerung in spätrömischer Zeit ist.

    Verwaltung

    Unter Diokletian und Konstantin erlebte das römische Reich umfangreiche Wirtschtschafts- und Verwaltungsreformen. Insbesondere die Organisation des spätantiken Steuer- und Abgabensystems verlangte nach einem Ausbau der Reichsverwaltung, der darüber hinaus die Rechtsprechung und Ordnungsmacht auf Provinz-, Diözesen- und Präfekturenebene oblag. Verteilung der Lasten und Einzug der Steuern in den Gemeinden lag bei den Kurialen. Zivilverwaltung und miliärische Kommandogewalt wurden getrennt. Einflussreiche Ämter am Hof des Kaisers waren auf militärischer Ebene dasjenige des Heermeisters (magister militum oder equitum), auf ziviler Ebene der Posten des magister officiorum, des Bürovorstehers. (Fussnote 1) Die Notitia Dignitatum, ein lateinisches Staatshandbuch aus dem 5. Jahrhundert, gewährt Einblicke in die Organisation des Kaiserhofes, die Gliederung des Reiches, die Verteilung der Militäreinheiten und die Aufgaben der Behörden.



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