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    Modules > Spätantike > Strukturen der Spätantike

    Städte

    Das Römische Reich umfasst zahlreiche Städte. Auch in der Spätantike blieben die Städte wichtige Lebens- und Kulturzentren. Bei allen regionalen Unterschieden gibt es doch Gemeinsamkeiten im Grundbestand spätantiker Städte. Noch immer wurden sie wahrgenommen durch den Glanz der öffentlichen Gebäude, der Foren oder der Bäder beispielsweise, sowie durch ihre eindrücklichen Mauern. Zu den grössten spätrömischen Städten zählen: Alexandria, Antiochia, Gerasa, Konstantinopel, Ravenna, Rom und Trier.

    Die durch das Christentum geschaffenen Orte haben überall den Städten ein neues Gesicht gegeben. Kirchenbauten gehören fortan zum Städtebild. Der Grossteil der spätantiken Städte besass einen Bischof, in den Provinzhauptstädten residierte der Erzbischof. Der kommunalpolitische Einfluss der Bischöfe nahm im Zuge der Dezimierung der Dekurionenschicht und des Rückganges bürgerlicher Selbständigkeit insbesondere im Westen des Römischen Reiches zu.

    In einer frühchristlichen Legende, der Passio sanctorum septem dormientium rettet Gott sieben Christen, die Kaiser Decius (249–251) umbringen wollte, indem er sie in einer Grotte einmauerte. Sie erwachten in der Regierungszeit des Theodosius II. (408–450). Einer von ihnen begab sich zur Stadt Ephesos. Er meinte, er habe nur eine Nacht geschlafen, aber: ... cum appropinquasset ad portam civitatis, aspexit a longe et vidit signum crucis fixum in porta... et... mirabatur... (zitiert nach einem in der Biblioteca di Noto erhaltenen Codex des 14. Jh., ed. S. Martorana 1998, 149 II).

    Parallel zum einsetzenden Kirchenbau wurden die Tempel allmählich profanisiert oder ihr Baumaterial wurde für Kircheneinrichtungen oder Nutzbauten verwendet. Gladiatoren- und Tierkämpfe, Wagenrennen und Theateraufführungen blieben indes auch unter den christlichen Kaisern weiterhin Teil des städtischen Lebens – trotz massiver Proteste christlicher Autoren wie Lactanz oder Augustin.


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