UniFR Logo
    Modules > Spätantike > Chronologisches Gerüst

    Die Völkerwanderung

    Obwohl die Züge bewaffneter Gruppierungen oder die diversen römischen Methoden der Ansiedlung nicht unbedingt dem Bild entsprechen, welche der Begriff weckt, wird einer der wichtigsten dynamischen Prozesse in spätrömischer Zeit unter dem Begriff "Völkerwanderung" subsumiert.

    Der Historiker Ammianus Marcellinus beschreibt einen der wichtigen ursächlichen Faktoren in diesem Prozess wie folgt: Totius autem sementem exitii et cladum originem diversarum, quas Martius furor incendio insolito miscendo cuncta concivit, hanc comperimus causam. Hunorum gens monumentis veteribus leviter nota ultra paludas Maeoticas glacialem oceanum accolens omnem modum feritatis excedit. (31, 2, 1) Hoc expeditum indomitumque hominum genus externa praedandi aviditate flagrans inmani per rapinas finitimorum grassatum et caedes ad usque Halanos pervenit ... (31, 2, 12)
    Die Hunnen, ein nichtgermanisches Volk, lösten die sog. "Völkerwanderung" aus. Von der Mongolei westwärts reitend, stiessen sie 375 am Don auf die Ostgoten und besiegten diese. Die Westgoten hingegen vermochten sich durch Übertritt auf römisches Reichsgebiet den Hunnen zu entziehen. Am 9. August 378 kam es bei Adrianopel zu einer Schlacht zwischen Römern und Goten. Die Römer erlitten eine verheerende Niederlage. Der Kaiser Valens selbst kam dabei ums Leben.

    Dem Tode von Theodosius dem Grossen (395) folgte eine Aufteilung des Reiches unter seine Söhne Honorius (Westen) und Arcadius (Osten). Über die Langzeitwirkungen für die Geschichte Europas und die kulturhistorische Bedeutung (nicht zuletzt der Religions- und Kirchengeschichte) ist viel gesagt und geschrieben worden. Auf dem Balkan zeitigte die Aufspaltung Folgen bis heute.

    Das römische Erbe ist über Byzanz, die Araber und die verschiedenen Germanenstaaten dem Mittelalter und der Neuzeit weitergegeben worden. Die wichtigsten neuen spätantiken bzw. frühmittelalterlichen politischen Einheiten sind zu Beginn des 6. Jahrhunderts:
    – das spanische Westgotenreich
    – das Frankenreich
    – das Reich der Burgunder
    – das Ostgotenreich
    – das Vandalenreich in Nordafrika



Antiquit@s est un projet du Campus Virtuel Suisse - Contact : sandrine.codourey(at)unifr.ch & Centre NTE - Université de Fribourg - Suisse